Was ist Coaching?

Blogbeitrag vom 28. September 2020

Was ist Coaching?

Coaching ist in aller Munde – jeder meint zu wissen, wovon er spricht und zugleich wird Coaching in einer Vielzahl an Kontexten verwendet. Und selbst im Business-Kontext ergibt der Blick hinter die Kulissen ein buntes Potpourri an Interpretationen. Dieser Beitrag bricht die Begriffshülse Coaching auf, zieht Grenzen zu benachbarten Disziplinen und formuliert unser Verständnis von Coaching im Organisationskontext.

Was sind die Ursprünge des Coachings?

Die Ursprünge des „Coachings“ lassen sich auf den angloamerikanischen Raum des 19. Jahrhunderts zurückdatieren, und dies in verschiedenen Disziplinen, wie in der Pädagogik, im Sport und später auch in der Managementlehre (Steinke, & Steinke, 2019). Day (2008) hat in seiner Dissertation den gemeinsamen Nenner aller Definitionen, insbesondere aus den Ursprüngen der Entstehung, herausgearbeitet: Coaching wird in einer Vielzahl an Disziplinen eingesetzt, immer dann, wenn Wissen und menschliche Interaktion miteinander kombiniert werden. Seit den 1980er Jahren ist Coaching im angloamerikanischen Raum eine Profession. Insbesondere seit Beginn der 2000er Jahre wird an der Begriffsschärfung und an der Professionalisierung gearbeitet.

Was ist Coaching nicht?

Denkt man kontextfrei an einen Coach, so kommen schnell Assoziationen wie Sport-Coach, Mental-Coach oder Karriere-Coach. Google bietet als erste Übersetzung ins Deutsche „Nachhilfeunterricht“ und Cambridge Dictionary erklärt Coaching als „the act of giving special classes“. Durchaus war dies lange auch im Business-Kontext die Konnotation, die mit Coaching einherging. Ein Manager performt nicht, der Coach wird’s richten. Glücklicherweise hat sich diese Sichtweise in den letzten Jahren deutlich gewandelt.

Abgrenzung von Coaching zu benachbarten Disziplinen

Dieser kurze Exkurs verdeutlicht, dass sich die Schärfung des Begriffs Coachings über eine Abgrenzung des Coachings von Nachbardisziplinen herbeiführen lässt. In den oben genannten Beispielen würden wir von Training sprechen – also immer dann, wenn die Wissensvermittlung im Fokus steht. Coaching lässt sich ebenso klar von Therapie abgrenzen: In der Therapie steht die Behandlung psychischer Erkrankungen im Vordergrund. Im Sparring oder Advisory werden komplexe Problemlagen mit Hilfe eines externen Sparringpartners reflektiert, der konkrete Impulse und Lösungsvorschläge anbietet. Im Mentoring steht hingegen die Weitergabe von Erfahrungen des Mentors an den Mentee im Vordergrund.

Was ist nun Coaching?

Bei evelop_me haben wir uns intensiv mit unserer Definition des Coachings und den damit einhergehenden Qualitätsansprüchen an unsere Coaches auseinandergesetzt. Im Fokus steht bei uns eine nachhaltige Transformation der Führungskräfte und Organisationen.

Was ist evelop_me-Coaching?

In Anlehnung an die International Coaching Federation, Inc. (ICF) und den Deutschen Bundesverband Coaching e. V. (DBVC) definieren wir Coaching als einen partnerschaftlichen Reflexionsprozess, der Menschen und Organisationen dabei unterstützt, ihr Potenzial bestmöglich auszuschöpfen. Da wir uns auf Business-Coaching fokussieren, wird der organisationale Kontext der Coachees stets einbezogen.

Das ist evelop_me-Coaching!

Der Fokus unserer Coachings liegt stets auf der Führungskraft als Person, nicht auf dem Problem oder der Herausforderung. Dies ist eine Unterscheidung, die uns insbesondere mit unserer Expertise als Berater sehr wichtig ist. Im Coaching ist es Aufgabe des Coaches, den Coachee zu befähigen über sich hinauszuwachsen, um so seine Herausforderungen selbst angehen zu können. Aus Forschungsergebnissen ist bekannt, dass Veränderung dann besonders nachhaltig ist, wenn diese nicht defizit-, sondern ressourcenorientiert und fokussiert auf ein positives Zielbild angegangen wird (z.B. Higgins et al., 1994; Boyatzis, 2013; Passarelli et al. 2014). Zugleich ist es uns wichtig, auch dahin zu schauen „wo der Schuh drückt“ und sich mit Glaubenssätzen, die einen in der eigenen Weiterentwicklung oftmals aufhalten, auseinanderzusetzen. So arbeiten wir im Coaching stets auf ein vom Coachee definiertes, positiv konnotiertes Ziel hin, das mit den Zielen der Organisation im Einklang steht und zu deren Erfüllung beiträgt. All dies machen wir mit Coaches, die eine fundierte Coachingausbildung durchlaufen haben und auf einen langjährigen Erfahrungsschatz als Coaches zurückblicken können.

Literaturliste für Interessierte

  • Boyatzis, R. E., Rochford, K., and Taylor, S. N. (2015). The role of the positive emotional attractor in vision and shared vision: Toward effective leadership, relationships, and engagement. Frontiers in Psychology 6:670
  • Day, D.J. (2008). From Barclay to Brickett. Coaching Practices and Coaching Lives in Nineteenth and Early Twentieth Century England. De Montfort University.
  • Higgins, E. T., Roney, C. J., Crowe, E., and Hymes, C. (1994). Ideal versus ought predilect ions for approach and avoidance dis tinct self-regulatory systems. J. Pers. Soc. Psychol.66, 276–286.
  • Passarelli, A., Zeki, D. A., Boyatzis, R. E., Dawson, A. J., and Jack, A. (2014). Coaching with compassion helps you see the big picture: fMRI reveals neural overlap between dierent styles of coaching and visual attention. Paper Presented at the Academy of Management Annual Meeting, 2014, Philadelphia, PA.
  • Steinke, J. & Steinke, I. (2019). Was ist Coaching? Die Ursprünge von Coaching als Methodik. Books on Demand; 2. Auflage

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